Unfassbar: Nach Geburt vertauscht

Man glaubt, so etwas kann nicht passieren. Säuglinge werden im Krankenhaus vertauscht und die von der Geburt erschöpfte Neumutter hat anstatt ihres Neugeborenen ein anderes Kind im Arm. Der Vater meint, der Kleine habe gestern noch anders ausgesehen, aber dennoch vertraut er den Ärzten.

Wenige Stunden, nachdem der neue Mensch das Licht der Welt erblickt hat, liegt er, endlich schlafend in den Armen seiner Mutter. Der erste große Glücksmoment nach der Geburt. Doch das Kind hat keinerlei Ähnlichkeit mit seinen Eltern. An eine mögliche Verwechslung wird nicht gedacht, denn es herrscht Vertrauen in das Krankenhauspersonal. Manchmal ein großer Fehler.

Glücklicherweise kommen Verwechslungsfälle nach der Geburt relativ selten vor, dennoch sind sie nicht komplett auszuschließen. In den Medien hört man ab und an davon. Häufig werden diese Fälle erst entdeckt, wenn es um Blut-Transplantationen oder ähnliches in der Familie geht.

Für viele klingt eine solche Situation nach einem schlechten Drehbuch. Für ein französisches Paar, beziehungsweise zwei, Anfang des Jahres leider pure Realität: Ihre Tochter wurde mit einem anderen Mädchen vertauscht und die Verwechslung flog erst nach 20 Jahren auf. Der Vater hatte aufgrund des Teints seiner Tochter, den Verdacht, nicht der Vater zu sein und bewegte seine Familie zu einem DNA Test. Der Schock: Weder er noch seine Frau sind mit der gemeinsamen Tochter blutsverwandt. Beide Kinder sind bereits erwachsen, wuchsen nur rund 30 Kilometer voneinander entfernt auf, aber nicht bei ihren biologischen Eltern.

Bei diesem Schreckensszenario mutet es grotesk an, weshalb die Eltern der vertauschten Mädchen trotz letztlich berechtigter Zweifel die Verwechslung beinahe wortlos akzeptierten. Denn nun müssen sie die neugewonnene Klarheit ebenfalls akzeptieren, aber diesmal bleibt ihnen nichts anderes übrig, als damit zu leben. Das Kind, das man groß gezogen hat, ist plötzlich nicht mehr das eigene, sondern das anderer Eltern. Eine schlimme Vorstellung, die in manchen Fällen nicht immer nur Vorstellung bleibt.

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