Entwicklungsgefährdend: Schlechte Ernährung bei Kleinkindern

Mangelernährung gibt es nicht nur bei Kindern in Entwicklungsländern. Häufig wird vergessen, dass auch hierzulande falsche Ernährung schlimme Auswirkungen auf die Entwicklung der betroffenen Kinder haben kann.

Unterernährt oder fettleibig – der UNICEF-Bericht macht erschreckend deutlich, dass viele Kleinkinder weltweit schlecht ernährt werden. Dies liegt nicht immer daran, dass keine Nahrungsmittel vorhanden sind. Oft wird einfach zu den falschen Produkten gegriffen.

UNICEF-Bericht mit erschreckenden Zahlen

Vor kurzem hat UNICEF einen Bericht herausgebracht, der auf die schlechte Ernährung bei Kleinkindern weltweit aufmerksam machen soll. Kindliche Fehlernährung betrifft nicht nur Kinder aus Krisengebieten und Entwicklungsländern. Diese kann vielfältige Auswirkungen haben. Während viele Kinder nicht genug Lebensmittel zur Verfügung haben, essen andere schlichtweg falsch. Insgesamt 340 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit sind von einer Fehlernährung betroffen. Sie sind vor allem unterentwickelt, zu klein und zu dünn. Aber auch starkes Übergewicht ist bei rund 40 Millionen Kindern dieser Altersgruppe zu beobachten.

UNICEF sieht verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Immer weniger Kinder werden nach der Geburt mindestens sechs Monate lang ausschließlich gestillt. Außerdem versprechen Werbung und Marketing Dinge, die viele Lebensmittel überhaupt nicht erfüllen können. Dadurch wird eine Fehlernährung stark gefördert. Auch in Deutschland ist ein drastischer Anstieg von Fettleibigkeit im Kindesalter zu beobachten. Waren es 1975 noch 13,8 Prozent aller Kinder, so sind es 2016 bereits 26,6 Prozent, die starkes Übergewicht aufweisen.

Der Ernährungsmediziner Hans Biesalski von der Universität Hohenheim sieht die Hauptursache für diese Entwicklung hierzulande vor allem in knappen finanziellen Mitteln, die vielen Familien mit Kindern zur Verfügung stehen. Er ist der Meinung, dass es nicht möglich ist, mit dem Hartz IV Regelsatz ein gesundes Ernährungskonzept zu verfolgen. Deshalb seien auch vor allem Kinder aus unterprivilegierten Familien von verschiedenen Arten der Mangelernährung betroffen. Die körperliche und auch die geistige Entwicklung der Kinder sind dadurch gefährdet. Er schlägt vor, dem mit kostenlosen, gesunden Mahlzeiten in Kita und Schule entgegenzuwirken.

Bildurheber: Prometeus / 123RF Standard-Bild

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